Wettkampfbericht: 20. Kurfürstenpokal Amberg

Zum diesjähriges Vor-Saisonhöhepunkt, dem "Auswärtswettkampf" vor dem Windi, verschlug es uns in diesem Jahr ins bayrische Amberg, wo der TV Amberg zum 20. Mal seinen Kurfürstenpokal ausrichtete. Zusammen machten sich 41 Sportler und einige Kampfrichter, Trainer und Betreuer mit dem Reisebus bereits am 31. Mai auf in die Oberpfalz. Ziel war der Monte Kaolino in Hirschau, ein riesiger Quarzsandberg, den man als Halde für die nahegelegene Kaolingrube aufgeschüttet hatte und der mittlerweile zu einer belebten Touristenattraktion geworden ist. Für uns interessant: dort konnte man auch seine Zelte aufschlagen, und so erreichten die knapp 50 Hainsberger bepackt mit Taschen, Zelten und Schlafsäcken nach kurzweiliger Fahrt ihren Schlafplatz für die kommenden zwei Nächte.

Doch bevor es an den Aufbau des Basislagers ging, stand erst noch ein bisschen Action auf dem Plan: auf dem Berg gab es eine Sommerrodelbahn, die erstmal von allen ausgiebig auf ihr Geschwindigkeitsmaximum getestet wurde. Selbst die Jüngsten (AK 8 und 9) ließen sich von der Höhe der Bahn nicht abschrecken und kachelten mit ihrem fahrbaren Untersatz alleine oder in Zweierbesetzung in einem ordentlichen Tempo den Berg hinunter. Das aus dem Becken bekannte Motto: wer (sich selbst) bremst, verliert, galt ähnlich auch hier.

Danach war der Adrenalinspiegel oben, der Magenfüllstand aber leer, und so ging es erstmal zum Abendbrot, das mit Schnitzel, Pommes, Chicken-Nuggets oder Nudeln samt Salatbeilagen aufwartete. Das Angebot war reichlich und so bemühte sich jeder, sich den Magen maximal vollzuschlagen, immerhin hatten wir ja alles bezahlt. Am Abend ging es für die einen dann eher, für die anderen später ins Zelt. Unseren Benni hatte es da leider schon gesundheitlich ausgeknockt und er erlebte eine unruhige Nacht.

Der nächste Tag stand dann voll im Zeichen der Wettkampfes. Der Reisebus holte uns am Platz ab und beförderte uns in halbstündiger Fahrt ins Hockermühlbad Amberg. Einige Altgediente kannten es schon von früher, denn wir waren vor sieben Jahren, im Jahr 2012, bereits einmal hier gewesen. Die Sonne schien unterbittlich und verdammte uns zur fast dauerhaften Sonnencreme-Behandlung, bis wir vom Veranstalter glücklicherweise noch ein paar Schirme organisieren konnten, die wenigstens etwas Schatten spendeten. Im ersten Wettkampfabschnitt ging es dann gleich mit 200m Freistil zur Sache. Den Wettkampf eröffnete aus Hainsberger Sicht unser Hannes HP Peschel, dank uralter Meldezeit, mit einem ungleichen Kampf gegen um eine zweistellige Anzahl Köpfe kleinere Konkurrenz mit Geburtsjahrgängen aus dem Ende des letzten Jahrzehnts. Für die erste Podiumsplatzierung sorgte allerdings Luis Feyer (2007), der auf gleicher Strecke seine Konkurrenz im Jahrgang in 2:47,32 Minuten hinter sich ließ. Da das nicht die letzte Hainsberger Medaille sein sollte, hier kurz die Übersicht der siegreichen HSV'ler vom Samstag: Masine Gahner (2010; 200m Freistil), Lino Neubert (2010; 100m Brust), Mina Tetzlaff (2010; 100m Brust), Paula Wachtel (2002; 100m Brust, 50m Schmetterling, 200m Lagen), Philipp Ziegenbalg (2002; 50m Schmetterling, 50m Freistil), Alia Lange (2009; 50m Schmetterling, 50m Freistil), Angeline Pöttrich (2006; 50m Freistil), Moritz Neumann (2006; 100m Rücken), Hannes Peschel (2002; 100m Rücken), Nora Flehmig (1998; 100m Rücken).

In der Mittagspause versuchte AK14-Coach Niklas Nickenlassen Oelschlägel, die Truppe mit den besten Schlagern der letzten drei Jahrtausende zu begeistern, was ihm bei überraschend vielen auch gelang. Daneben wurde sich auch um das Wohlbefinden des Magens gekümmert, immerhin war der Wettkampf ja noch lange nicht vorbei. Nur die Sonne machte uns immer noch zu schaffen, Schattenplätze waren rar und waren deshalb ziemlich begehrt, sodass sich unter den Schirmen mitunter seltsame Menschenknäuel bildeten.

Den Abschluss des Tages bildeten die heiß ersehnten Staffelwettkämpfe. Über die ungewöhnliche Distanz von 4x100m Freistil gingen Christian Fritzsche, Maxim Fritsche, Robin Ullrich und Philipp Ziegenbalg ins Wasser und wurden durch das kollektive Gebrüll der roten Hainsberger Beckenrandmasse auf den zweiten Platz getragen. Ein bisschen Anteil an diesem Erfolg hatten die vier natürlich auch selbst, denn sie waren stets bemüht, eine ordentliche und schnelle Schwimmtechnik in den Teich zu zaubern. In 4:05,29 Minuten schlug der Schlussschwimmer Ziege zwar deutlich hinter Platz 1, aber immer noch eine Sekunde vor den dritten an. Über die gleiche Strecke durften dann die Mädels noch ran und waren natürlich zusätzlich durch den Erfolg angespornt. Paula Wachtel, Anselina Peschke, Elisabeth Sittner und Nora Flehmig konnten letztendlich die gesamte Konkurrenz in 4:25,63 Minuten schlagen und sorgten damit für einen nicht erwarteten Erfolg, der von einer absoluten Ausrastung am Beckenrand honoriert wurde. Der ein oder andere hatte sich im Verlauf dieser beiden Staffeln bereits die Stimme weg geschrien, zu früh, denn eine Staffel kam ja noch. Die jüngeren Sportler ab Jahrgang 2007 mussten nicht über die 100m ran, dafür aber achtmal über die halbe Distanz. Die Hainsberger Fahne hielten hier Helene Röhringer, Carolyn Schmidt, Sarah Dreier, Luca Rödig, Masine Gahner, Sophia Lorenz, Alia Lange und Luis Feyer hoch, und wie! Ebenfalls unerwartet wurden sie in 4:56,77 Minuten zweite hinter einer Mannschaft aus Nürnberg. Viele waren zuvor kaum Staffeln geschwommen und freuten sich dafür umso mehr über diesen Erfolg, genauso wie ihre, teilweise inzwischen wieder trockenenen, Trainer am Beckenrand.

Bilanz des ersten Tages: viele Podestplatzierungen, alle Staffeln unter den besten Drei beendet, und am wichtigsten: dritter Platz im Zwischenstand der Mannschaftswertung! Dort möglichst weit vorn zu landen, war das von vornherein ausgegebene Ziel, weshalb einige auch unangenehme Strecken über sich ergehen lassen mussten. Dieser Zwischenstand lieferte nochmal einen deutlichen Motivationsschub für den Sonntag.

Der Tag war inzwischen weit fortgeschritten, nach der Rückfahrt ging es direkt zum Abendbrot, denn es war schon nach sieben. Und besonders lange ging es aus Erschöpfungs- und Schlafensgründen nicht mehr, immerhin mussten am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück die Zelte wieder abgebrochen werden.

Das klappte auch erstaunlich gut, die Großen halfen den Kleinen und die Ladebereiche des später angerückten Buses wurden fleißig in Tetris-Manier bestückt und bis zum letzten Loch ausgefüllt. Rückzu scheint seltsamerweise immer mehr in den Taschen zu sein. Nach dem Frühstück ging es zurück ins Bad, der Monte Kaolino verabschiedete sich mit sandigem Weitblick und es ging nochmal für jeden ins Becken, los ging es mit 200m Schmetterling. Hier kämpfte sich Helene Röhringer (2008) zum ersten Mal durch und wurde dafür mit einer Goldmedaille belohnt: alles für die Mannschaftswertung! Weitere Hainsberger Sieger am Sonntag: Konrad Röhringer (2004; 200m Schmetterling, 100m Schmetterling), Philipp Ziegenbalg (2002; 200m Schmetterling), Emily Zeidler (2003; 200m Schmetterling), Paula Wachtel (2002; 200m Schmetterling, 50m Brust, 100m Schmetterling), Antonia Neumann (2011; 50m Brust), Mina Tetzlaff (2010; 50m Brust), Pauline Markert (2009; 50m Brust), Anselina Peschke (2003; 200m Rücken, 50m Rücken), Nora Flehmig (1998; 200m Rücken, 50m Rücken), Alia Lange (2009; 50m Rücken), Angeline Pöttrich (2006; 50m Rücken), Maxim Fritsche (2000; 200m Brust).

Das Ende des Wettkampftages bildeten wieder die Staffeln. Um es vorweg zu nehmen: die guten Leistungen des Vortages sollten sich fortsetzen. Zunächst schwamm die Jahrgang-2007-und-jünger-Lagen-Mixed-Staffel (sechs Bindestriche) mit Sarah Dreier, Luca Rödig, Alia Lange und Luis Feyer in 2:48,40 mit knappem Vorsprung auf einen hervorragenden zweiten Platz. Die ältere Mixed-Staffel, die 100m Lagen viermal schwimmen durfte, schaffte in der Besetzung Nora Flehmig, Maxim Fritsche, Philipp Ziegenbalg und Elisabeth Sittner in 4:42,80 Minuten die gleiche Platzierung.

Das letzte Geheimnis bot dann nur noch die Mannschaftswertung. Erinnerung: zur Halbzeit stand Platz drei zu Buche. Ein ungeduldiger Hainsberger Trainer mit Strohhut auf dem Kopf hatte seitdem immer mal wieder gegengerechnet und konnte absehen, dass wir diese Platzierung zumindest halten konnten. Nicht zuletzt durch die guten Staffelergebnisse sprang aber sogar ein zweiter Platz hinter der SG Fürth heraus, ein riesiger Erfolg, der anschließend noch gefeiert wurde. Allzu viel Zeit blieb aber nicht, denn der Bus wartete schon und die Heimat rief angesichts des sich nähernden Sonntagnachmittags und des arbeits- bzw. schulintensiven Montagmorgens mit jeder Minute lauter.

Also ging es zurück in den Bus, schnell noch die Schwimmtasche verstauen und mit einigen Pokalen im Gepäck zurück nach Freital. Natürlich ließen wir uns einen Zwischenstopp bei einer großen Schnellrestaurantkette kurz vor der bayrisch-sächsischen Sprachraumgrenze nicht nehmen. Auf den letzten Kilometern wurden dann noch die Spitznamen der AK 14+ lautstark intoniert, der Bus (oder besser seine Reihen) zum Hüpfen gebracht und dem Busfahrer gehuldigt, der das mit einer unbeabsichtigten Starkbremsung quittierte. Die Volkszählung vor dem Hains ergab: niemand war vergessen worden und auch alle Sachen konnten wieder ihrem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden.

Langer Hauppteil, kurzes Fazit: war ein klasse Wochenende!

Im Bild: beim gestellten ausgelassenen Jubel besteht noch Verbesserungsbedarf