5. Spieltag | 1. Frauenmannschaft

31.01.2016 | Hainsberger SV gegen Chemie Nünchritz II und Traktor Naundorf

Nach nur zwei Wochen Spielpause erfolgte der nächste Spieltag. Es ging am Sonntag nach Nünchritz in die Wacker-Sporthalle, unsere Gegner mit Chemie Nünchritz II und Traktor Naundorf die Zweit- und Drittplatzierten der Tabelle. Erstmals in dieser Saison traten wir nicht mit dem vollen Kader an, unsere Libera Lilo musste wegen privaten Angelegenheiten pausieren. Eine kleine Sensation gab es dennoch: Veronika, die sich im letzten Spiel scheinbar schwer verletzte, stand schon wieder mit im Kader. Hier nochmal ein riesiges Dankeschön an unsere medizinische Abteilung, die echt einen tollen Job gemacht hat. Wie wichtig es war, Veronika mitzunehmen, zeigt der Verlauf des Spieltages - aber dazu später mehr.

Nun direkt rein ins Geschehen: Nachdem im ersten Spiel Naundorf klar mit 3:0 gegen Nünchritz gewann, hieß die zweite Partie HSV - Nünchritz.

Veronika (AA), Franzi D. (MB), Kirstin (Z), Luise (AA), Julia (MB), Tina (DIA) und Luisa (L) hieß die Starting Six, und die schien alles andere als nur ein Sparringspartner für Nünchritz zu sein. Franzi machte ihren Job an der Angabe vorbildlich(7 Punkte) und wenn doch ein gegnerischer Angriff aufgebaut werden konnte, hielten wir den Gegner im Block schön still. Selbst wenn der Ball doch einmal den Weg durch den Block gefunden hatte, schickten wir den Ball mit der Nachricht „wir wollen hier was reißen“ postwendend zurück an den Absender. Es lief einfach alles perfekt, Erinnerungen an das Roßwein-Spiel kamen hoch, als wir den dritten und vierten Satz dominierten. Nach ein paar Minuten stand es 12:2 - die zwei Punkte, die Nünchritz zu der Zeit hatte, waren unsere Fehlangaben!!! Bei einem Stand von 18:8 fingen leichte Unkonzentriertheiten an, die der Trainer natürlich gar nicht gern sah und sie prompt in der Ausszeit ansprach. Durch eine wirklich stabile Leistung in allen Mannschaftsteilen und durch die Einhaltung der taktischen Vorgaben ließen wir hier dennoch nichts anbrennen und zeigten auf wirklich beeindruckende Weise, dass wir in der Lage sind, richtig gutes Volleyball zu spielen.

Schnell die Seiten gewechselt und ab zum nächsten Satzgewinn? Mmmmhh, so einfach schien es dann doch nicht zu sein. Nünchritz platzierte nun den Block und die Abwehr besser, unsere Angreifer hatten es merklich schwerer, Bälle tot zu machen. Wenn sie durch den Block kamen, war in der Abwehr zumindest immer noch irgendwo ein Arm zwischen Ball und Boden, sodass wir langsam aber sicher anfingen zu verzweifeln. Trainer Straube nahm beim Stand von 8:14 eine Auszeit. Wie immer in dieser Saison war aufgeben ja mal sowas von kein Thema! Wir fighteten um jeden Ball, auch wenn unsere Feldabwehr sehr statisch war. Es gelang uns, doch noch an den einen oder anderen Ball zu kommen, so fingen wir uns wieder und Veronika unterstützte uns dabei mit einer kleinen Aufschlagserie - 15:15, alles wieder offen! Wir hatten Blut geleckt, nun wollten wir den Satz unbedingt. Es gelang uns, die Nerven zu behalten und bei 20:20 drehten wir nochmal auf und sackten auch den zweiten Satz ein (25:21).

Gegen den Tabellenzweiten eine 2:0 Führung - was geht denn hier ab? Jetzt schön konzentriert bleiben und den dritten Satz eintüten. Leider lief nicht viel zusammen, Nünchritz justierte nochmal die Stellschrauben nach, dadurch wurde es noch schwerer Angriffe tot zu machen. Es kommt, wie es kommen musste: Nünchritz gewinnt den dritten Satz. Im vierten Satz ein ähnliches Bild, wir versuchten irgendwie Lücken zu finden, wie Volleyball sah es nun wahrlich nicht mehr aus. Wir waren verkrampft und versuchten zu oft mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, der Nünchritzer Block freute sich natürlich darüber. Und selbst wenn wir es mit Gefühl versuchten, fehlten teilweise die technischen Möglichkeiten dazu. Uuuunnnnd Punkt!! Die Nünchritzerinnen verwandeln ihren Satzball, 2:2 nach Sätzen!
Nun hatten die Mädels die Chance, nach einigen verlorenen 5. Sätzen ihren ersten Tiebreak zu gewinnen. Mit viel Motivation und Teamgeist starteten wir mit einem guten Vorsprung von 11:4, herausgeholt unter anderem durch eine Angabenserie von Luise. Es gelang uns, ein insgesamt sehr schnelles Spiel mit vielen druckvollen Angriffen aufzubauen. Der Vorsprung wurde beibehalten und so konnte der Hainsberger SV I "den Sack zu machen". 3:2 puhhh… Erstmal durchatmen, aber nach diesem Verlauf und einer 2:0-Führung ein bitterer Beigeschmack. Dennoch muss man klar sagen: den Zweitplatzierten geschlagen!!!

Spiel gegen Traktor Naundorf

Nachdem in der Hinrunde Traktor Naundorf die heimische Halle des Hainbsberger SV I mit einem 3:2-Sieg verließ, wollten die Mädels dieses Spiel für sich gewinnen. Wir hatten bereits in der zweiten Pokalrunde bewiesen, dass diese Mannschaft zu schlagen ist und dort mit 3:2 gewonnen. 
Der erste Satz begann mit folgender Aufstellung: Kirstin (Z), Tina (Dia), Veronika (AA), Wiebke (AA), Juliet (MB), Franzi D, (MB) und Luisa (L). Die Mannschaft fand leider, im Gegensatz zur ersten Begegnung, schwer ins Spiel. Die Annahme war nicht mehr stabil und somit konnten keine druckvollen Angriffe aufgebaut werden. Kein Wunder, dass die Mädels sich nicht durchsetzen konnten und trotz einer Auszeit bei 10:19 den ersten Satz, verdient für Traktor Naundorf, mit 17:25 abgaben.
Im zweiten Satz wechselte Trainer Straube kräftig durch und es begannen Kirstin (Z), Tina (Dia), Marie (AA), Luise (AA), Hanna (MB), Julia (MB) und Luisa (L). In der Folge entwickelte sich ein enges Spiel mit vielen Ball- und Angabenwechseln, bei dem sich keine Mannschaft richtig absetzen konnte. Nach einer Auszeit bei einem Stand von 20:22 konnte der Hainsberger SV I, unter anderem durch eine Aufschlagserie von Julia, den Satz mit 25:22 für sich entscheiden.
Der dritte Satz begann mit einem ungewohnten Wechsel. Der Trainer nahm Kapitänin Kirstin vom Platz, um sie vor sich selbst zu schützen, denn bis dahin hatte sie unter teilweise starken Schmerzen gespielt. Veronika als Interimslösung im Zuspiel!? Doch die Mädels ließen sich durch diese Trainerentscheidung nicht beeinflussen und kämpften. Durch viele gelegte Bälle in einem hart umkämpften Spiel, konnten die Mädels den Satz für sich mit einem 25:22 entscheiden. Trainer Straube ließ sich sogar zu einem sonst selten gesehen Freudensprung hinreißen. 
Angesteckt durch die Stimmung des Trainers starteten die Mädels, lediglich mit einem Mittentausch (für Hanna kam Franzi D.), voll motiviert und mit lautem "Hepp" in den Satz. Trotz Kampfgeist und wieder besser werdender Angriffe sowie vielen Rettungsaktionen gelang es nicht, sich entscheidend abzusetzen. Dennoch bestand beim Stand von 24:22 die Chance das Spiel für sich zu entscheiden. Leider wurde diese nicht genutzt und Traktor Naundorf kämpfte sich mit jedem Körperteil am Ball zu einem Satzsieg von 25:27.
Also hieß es wieder, wie so oft, in den Tiebreak gehen. Das Trainerteam vertraute derselben Aufstellung, aber die Anstrengungen des Tages zeigten nun Wirkung und man merkte deutlich die schwindenden Kräfte und Naundorf konnte sich schnell einen Vorsprung erspielen, welchen sie, unbeeindruckt vom lauten Anfeuern innerhalb und außerhalb des Feldes, nicht abgaben. Somit ging dieser Satz mit 6:15 an Traktor Naundorf, die damit auch das Spiel mit 2:3 für sich entscheiden konnten.

 

Trainer Straube: und täglich grüßt das Murmeltier… Ach schade, einerseits bin ich echt froh, dass wir gegen Nünchritz gewonnen haben und vor allem, dass wir mal im Tiebreak die Nerven behalten konnten. Andererseits, wenn ich mir den Spielverlauf anschaue, verspielen wir hier eine 2:0-Führung, weil wir zu statisch spielen. Mir tut es für die Mädels leid, die hier kämpferisch wieder alles gegeben haben und sich wieder nicht vollends belohnen konnten. Und das zweite Spiel - mmmhh naja, auch bitter, wir verlieren das komplette Spiel bei zwei Matchbällen!!! Wir müssen endlich mal unser Killergen entdecken und den unbedingten Willen zum Sieg haben. Die letzten Spiele waren viele Mannschaftsfortschritte zu erkennen, heute eher individuelle Fortschritte von Spielerinnen. Besonders das Abwehrverhalten im zweiten Spiel von Luise hat mir sehr imponiert, sie hat konsequent alle Lücken geschlossen. Auch Kirstin, die mit solchen Schmerzen über weite Strecken ein tolles Spiel gemacht hat oder auch Wiebke, die ihre Möglichkeiten voll ausgeschöpft hat - um nur einige zu nennen.